Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst erfolgt am 14. Oktober 2020 im ZDF! Unbedingt einschalten!

Sendung vom 19.10.1973

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Mord an Malte W. (Tod eines Spanien-Urlaubers)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Stuttgart
  • Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Huck
  • Details: Nordspanische Atlantikküste; LKW-Fahrer will von Burgos nach Santander; kurze Pause bei San Miguel de Luena; auffälliger hellblauer Wagen; Mann will offensichtlich nicht gesehen werden; LKW-Fahrer wundert sich zwar, fährt aber weiter; Bäuerin mit Enkel und Esel; Leichenfund an gleicher Stelle wenig später; erschlagen mit Feldstein; Leiche im Schlafsack; Pullover mit weißen Flecken; Opfer langhaariger Musikstudent aus Wiesbaden; anhand Notizzettel mit Adressen identifiziert; Malte hat am 04. September 1973 Französin bei Antritt seiner Ferienreise in Wiesbaden mitgenommen; will seine Begleiterin nach Hause bringen und von der Normandie nach Spanien trampen; zwei Postkarten in Nantes geschrieben; unbekannte Mitfahrgelegenheit bis Spanien; deutsch sprechender Tankwart aus Soulac vermutlich letzter Zeuge; Zusammenarbeit der französischen Polizei mit deutscher Kripo; zwei Männer im Opel mit kaputter Zündkerze; wenig Geld, deshalb Kontakte nur reinigen; Auto kommt wieder; jetzt Kontakte doch wechseln; Landkarte an der Wand; Malte will nach Barcelona; Kosten 11,50 Franc; Fahrer will vorher noch Probefahrt; Tankwart ist einverstanden; Auto verschwindet; Phantombild vom Fahrer.
  • Tatverdächtig: ein unbekannter Mann
  • Zitate: „Isch kenne Opäll“ / „Jetzt gut!“
  • Sprecher: Wolfgang Grönebaum
  • Darsteller: Frank von dem Bottlenberg, Rudy Lenoir
  • Besonderheiten: Einen großen Teil des Filmes nehmen die detaillierten Aussagen des französischen Tankwarts ein, der hier Wolfgangs Rolle als Sprecher einnimmt und selber erzählt. In einem Hörzu-Artikel "Tatort XY" (siehe Nachspiel) von Friedhelm Werremeier, der 2001 auch zweimal bei XY (Sendung vom 09.11.2001 und Sendung vom 09.11.2001) im Abspann bei der DKF-Redaktion mit aufgeführt wurde, steht geschrieben, dass sich diese Aussagen letztlich als Irrtum herausstellten, über Umwege aber doch zur Klärung führten.
    Nahaufnahme der Postkarte, die Malte in Nantes an seine Eltern in Wiesbaden schreibt. Die Adresse ist deutlich zu erkennen.
  • Belohnung: 12.000 DM
  • Bewertung: ***
  • Status: geklärt

Nachspiel

Durch einen Zuschauerhinweis wurde man auf den mutmaßlichen Täter aufmerksam. Darüber berichtete Eduard Zimmermann im Rückblick der Sendung vom 08.03.1974. Man stieß schließlich auf Gepäckstücke des Opfers, die es in einem Hotel in Spanien zurückgelassen hatte. Der Mann saß bereits wegen anderer Delikte in Deutschland in Haft und war mit dem Opfer in Spanien. Sein Name, Hermann M., wird in der Sendung nicht genannt, ist aber auf dem eingeblendeten Zeitungsausschnitt unbekanntem Datums und Herkunft zu lesen. Er hat auch dort ein Handtuch zurückgelassen, das Malte W. gehörte. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Hermann M. mit dem Tod des Musikstudenten etwas zu tun hat.

In der Hörzu-Serie "Tatort XY" von 1977 schreibt Friedhelm Werremeier, dass Hermann M. in Stuttgart bei einem Krankenhausaufenthalt während seiner Haft die Flucht gelang. Mit einem gestohlenen Sportwagen kam er schließlich bis nach Südspanien. Er wurde dann im Oktober 1974 von der spanischen Polizei erneut verhaftet und legte zumindest ein Teilgeständnis ab. Dieses hat er dann immer wieder ergänzt. Mit seiner Flucht tat er sich keinen Gefallen, denn damals stand im Franco-Spanien noch die Todesstrafe auf Mord. Eine seiner vielen Versionen war, dass er Malte W. beim Zurücksetzen versehentlich überfahren hatte und dann in Panik den Stein auf ihn warf, um den Unfall zu vertuschen.

Ob und wie Hermann M. schließlich verurteilt wurde, ist leider nicht bekannt. Bemerkenswert ist noch, dass Hermann M. zwar tatsächlich einen Opel fuhr, er aber gar keinen Führerschein hatte und definitiv nicht der Fahrer des Opel Kadett war, der den Tankstellenbesitzer um 11,50 Franc betrogen hatte. Und während im Hörzu-Artikel das Kennzeichen des Opel Kadett nach Angaben des Tankstellenbesitzers mit "S" für Stuttgart beginnt, ist in dem im Rückblick der Augustsendung 1974 eingeblendeten Zeitungsartikel von einem blauen Opel mit Wiesbadener Kennzeichen zu lesen. In der Serie "Tatort XY" heißt es dazu:

„Seltsam in diesem Fall“, weiß Eduard Zimmermann schließlich zu berichten, „ist und bleibt die Aussage des Tankstellenbesitzers in Südfrankreich. Denn bei allen Irrfahrten, die Herrmann M. im September 1972 unternommen hat - der Opel-Fahrer, der an der Tankstelle die Rechnung nicht bezahlte, kann er effektiv nicht gewesen sein.“

Letztendlich hat sich der im Film ausführlich geschilderter Hinweis demnach zwar als Irrtum erwiesen, aber durch den Anruf eines XY-Zuschauers nach der Ausstrahlung doch zum mutmaßlichen Täter geführt. Dem Zuschauer hatte der Betrug an der Tankstelle zu denken gegeben. Er berichtete von einem Mann, der in Spanien zwei Mädchen das Gepäck gestohlen hatte, und wusste seinen Namen.

Dabei stelle sich dann auch heraus, dass der Gepäckdieb Hermann M. bereits in Deutschland im Gefängnis saß. Da der Tankwart von einem Kadett, dessen Kennzeichen mit "S" begann berichtete, wurde in Deutschland die Kripo Stuttgart für den Fall zuständig und stellte ihn auch in XY vor. In der Sendung wurde dies aber nicht thematisiert. Kriminalhauptkommissar Huck sprach lediglich von einem Kennzeichen mit einem einzelnen Buchstaben am Anfang.

Quelle: Hörzu 40/1977, Seite 38, Serie "Tatort XY", Folge 16.

Drei Serieneinbrecher ("Terrassentür, Wohnungstür und Kellerfenster")

Inhalt

  • Dienststelle: BKA Wiesbaden
  • Beamter im Studio: Kriminalhauptkommissar Müller
  • Details: Aspekt Vorbeugung; über Terrassentür eindringen; auch Etagenwohnung.
  • Tatverdächtig: Helmut Ma. (Der Fensterbohrer), Wolf Dietmar Z., Helmut Mu.
  • Sprecher: Wolfgang Grönebaum
  • Darsteller: Hans-Christian Fredersdorf, Willi Genske, Axel Schiessler
  • Besonderheiten: Vorbeugungs-/Fahndungsfilm mit anschließenden Tipps gegen Wohnungseinbrüche
  • Belohnung: jeweils 1.000 DM
  • Bewertung: **
  • Status: teilweise geklärt

Nachspiel

Im Rückblick der Sendung vom 14.12.1973 konnte Ede über die Festnahme von zwei der drei gesuchten Serieneinbrecher berichten: Der "Fensterbohrer" Helmut Ma. konnte in Hamburg auf frischer Tat ertappt und festgenommen werden, Wolf Dietmar Z. wurde in Köln verhaftet.

Banküberfall mit schießwütigem Täter ("Bankräuberhelm")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Fürth
  • Beamter im Studio: Oberinspektor Potzel
  • Tatzeit: Donnerstag 24. Mai 1973, gegen 11.30 Uhr
  • Tatort: Zweigstelle der Stadtsparkasse Fürth in der Espanstraße am Stadtrand
  • Details: Zweigstelle in Wohngegend am Stadtrand mit wenig Kunden; Täter ist Amateur, schießwütig und auffällig gekleidet; auch Kinder beraubt; wild losschießen wegen Buchungsmaschine; zwei verletzte Frauen; Flucht mit Motorrad; Täter als Geisterfahrer im Regen; Streife im VW Käfer findet Motorrad mit kaputtem Reifen, schwarzer Helm, Plastiktüte, Handschuhe und Arbeitsanzug; Helm ins Labor; viele vergebliche Versuche der Kripo, in Geschäften den Hersteller zu ermitteln; Lehrling kennt sich aus; Helm ist neuestes Modell; gekauft in Nürnberg; Beschreibung vom Verkäufer
  • Sprecher: Wolfgang Grönebaum
  • Darsteller: Karl-Heinz Bauer, Adolf Breinbauer, Walter Feuchtenberg, Wilfried Freitag, Helmut Kircher, Herbert Lehnert, Sylvester Schmidt, Werner Zeussel
  • Belohnung: 3.000 DM
  • Bewertung: *
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Aufnahmestudio Zürich: Fahndung nach Ilse M. (51), gesucht wegen Betrug mit Schmuck und Edelsteinen. Sie wird auch "Brillanten-Ilse" genannt und hat eine Narbe auf dem Nasenrücken.

Geklärt: Die Gesuchte stellte sich in Zürich selbst. Ede berichtet im Rückblick der XY-Sendung vom 25.01.1974.

  • SF 2: Kripo Frankfurt: Fahndung nach Faik D., Verdacht der Brandstiftung an Haus mit 60 Gastarbeitern, neun Menschen sterben bei Brand, illegaler Aufenthalt.

Geklärt: Der Gesuchte konnte einen Tag nach der Sendung in der Nähe von Bonn festgenommen werden, nachdem er von einem XY-Zuschschauer erkannt wurde.

  • SF 3: Sicherungsgruppe d. BKA, Bad Godesberg: Bedrohung eines Zollbeamten mit Pistole bei Ausweiskontrolle im D-Zug 239 von Rotterdam nach Hamburg, Suche nach zwei Zeuginnen, Angriff konnte abgewehrt und Mann überwältigt werden. Der Täter ist wohl der RAF bzw. B.-M.-Gruppe zuzuordnen.

XY Gelöst - der Rückblick

Zwischenergebnisse aus früheren Sendungen:

  • FF 3 der vorigen XY Sendung 059 vom 07.09.1973: Kripo Landau: Festnahme von Stefan P., einem der beiden wegen Raubüberfall mit Geiselnahme in Landau gesuchten Männer, durch die französische Polizei. Ein XY-Zuschauer gab den Hinweis auf seinen Aufenthaltsort in Lothringen. Die Überschrift in dem eingeblendeten Zeitungsartikel aus Frankreich: "UN BEAU COUP DE FILET DE LA GENDARMERIE". Erneuerte Fahndung nach dem zweiten, noch flüchtigen tatverdächtigen Mann, Alexandre "Lulu" Sch.
  • SF 2 der vorherigen Sendung: Erneuerte Fahndung aus dem Aufnahmestudio Wien nach Betrügerpärchen Monika V. und Helmut F. Peter Nidetzky berichtetet, dass sie wahrscheinlich ihr Fahrzeug gewechselt haben und sich in einem weißen Jaguar ins Ausland absetzten.
  • SF 3 der vorherigen Sendung: Die unbekannte Frau, deren Leiche im Roggenfeld gefunden wurde, konnte inzwischen als Elisabeth K. identifiziert werden. Sie wurde nur 17 Jahre alt. Frage, wer die junge Frau Anfang Juli 1973 noch gesehen hat.

XY Gelöst:

Filmfälle

  • FF 1 der vorigen Sendung: Klärung des von der Kripo Stuttgart vorgestellten "Spitzhackenmord" an Juanito K. Siehe auch unter "Bemerkungen" auf dieser Seite und ausführlich im Bereich "Nachspiel" auf der Seite der vorigen Sendung unter der Beschreibung des Filmfalles.
  • FF 2 der vorigen Sendung: Festnahme des wegen Hehlereiverdachts gesuchten Meir M. noch während der letzten Sendung in Wiesbaden. Er betrieb dort eine Gaststätte. Als er von der Fahndung nach ihm in XY erfuhr schloss er das Lokal wegen "Trauerfall". Er wurde aber von einem Zuschauer erkannt und kurz darauf von der Polizei festgenommen.

Studiofälle

  • SF 1 der vorherigen Sendung: Festnahme des von der Kripo Krefeld gesuchten Heinz Dieter M., der am Tag nach der Sendung von einem Zuschauer in einer Spielhalle in in Essen erkannt wurde.
  • SF 4 der vorherigen Sendung: Festnahme von Rudolf Otto B., gesucht wegen Mordes an einer Barbesitzerin in Wels, am Brenner auf der italienischen Seite. Auch er wurde von einem Zuschauer erkannt.
  • SF 5 der vorherigen Sendung: Festnahme des mutmaßlichen Juwelendiebes Georg H. Er hielt sich während der letzten Sendung in der Schweiz auf, flüchtete nach Mailand und wurde dort von der italienischen Polizei verhaftet. Das berichtete Werner Vetterli aus Zürich. Drei Komplizen vom ihm konnten ebenfalls ermittelt werden.
  • SF 6 der vorherigen Sendung: Festnahme von Josef-Richard L., von der Kripo Berlin wegen Mordes an 77-jährigem Rentner gesucht. Er wurde von einer Zimmervermieterin erkannt und konnte in Berlin-Wannsee verhaftet werden.

Erste Erkenntnisse (Zuschauerreaktionen in der Spätsendung)

Filmfälle:

  • FF 1: Eine große Anzahl von Hinweisen im Aufnahmestudio und bei der Kripo in Stuttgart; im wesentlichen zu Personen und Fahrzeugen; ein Hinweis auch zum möglichen Verbleib des Pullovers und der Lammfelltasche des Opfers;
  • FF 2: Die Fahndung nach den drei Serieneinbrechern hat bei den Zuschauern die größte Resonanz ausgelöst; Ede erwähnt, dass es in den meisten Großstädten in Deutschland und in der Schweiz Beratungsstellen der Kriminalpolizei gibt; viele Hinweise auch für Kriminalhauptkommissar Müller vom BKA zu den drei Gesuchten Helmut Ma., Wolf Dietmar Z. und Helmut Mu., deren Fahndungsfotos erneut eingeblendet werden; Polizei ist in zwei Orten zur Überprüfung unterwegs; keine Hinweise dagegen bisher zu dem Mantel mit den verkürzten Ärmeln und zu den Autoschlüsseln mit dem goldfarbenen runden Anhänger von VW.
  • FF 3: Mehrere Hinweise in Fürth und im Aufnahmestudio zu dem Banküberfall durch den amateurhaften schießwütigen Täter, aber nichts konkretes.

Studiofälle:

  • SF 1: Viele Hinweise nicht nur in der Schweiz, sondern auch aus Österreich zu der von den schweizer Behörden gesuchten "Brillanten-Ilse"; sie soll in sich in Salzburg einer Gallenblasenoperation unterzogen haben und noch vor Abschluss der Nachbehandlung ohne Bezahlung aus der Klinik geflohen sein; die Überprüfung läuft; es scheint sicher zu sein, dass sie sich nicht in der Schweiz aufhält; weitere Hinweise bis jetzt aber noch ohne neue Erkenntnisse für die schweizer Polizei.
  • SF 2: Noch nichts wesentliches zur Fahndung nach Faik D., Verdacht der Brandstiftung an einem Haus mit 60 Gastarbeitern, neun Menschen sterben bei dem Brand.
  • SF 3: Die zwei Zeuginnen aus dem D-Zug 239 von Rotterdam nach Hamburg haben sich kurz vor Schluss noch gemeldet und Ede spricht von einem bemerkenswerten Erfolg; weiterer Zeuge aus dem D-Zug konnte auch interessantes berichten; die Hinweise werden an die Sicherungsgruppe des BKA in Bad Godesberg weitergeleitet.
  • SF 2 der vorherigen Sendung: Weitere Hinweise in den Aufnahmestudios Wien und Zürich zum von den österreichischen Behörden gesuchten Betrügerpärchen Monika V. und Helmut F.; Foto des weißen Jaguars mit Wiener Kennzeichen, mit dem sie vermutlich unterwegs sind, wird noch einmal gezeigt; auch im Kanton Tessin und in Italien wollen mehrere schweizer Zuschauer den Wagen gesehen haben.

Bemerkungen

  • München hat eine neue Vorwahl: 089.
  • In Filmfall 1 sieht man Untertitel, die herunterklappen.
  • Nach Film 2 folgt Vorbeugefilm.
  • Bemerkenswert ist auch die Aufklärung des Stuttgarter U-Bahnbaustellenmordes mit dem Beerdigungsfoto aus der vorherigen Septembersendung.

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