Die nächste Ausstrahlung von Aktenzeichen XY ungelöst erfolgt am 14. Oktober 2020 im ZDF! Unbedingt einschalten!

Sendung vom 29.11.1968

Aus Aktenzeichen XY ... ungelöst - Wiki
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Filmfälle

Autodiebstahl, Einbruch und Mord an unbekanntem Mann ("Tracomar-Messer-Mord")

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Recklinghausen
  • Beamter im Studio: Hauptkommissar Lenk
  • Details: 28. Mai 1968, ein Frühsommertag in Düsseldorf; Gastwirt hat sich mit seiner hungrigen Tochter zum Essen verabredet; Auto wird gestohlen und bleibt für 36 Stunden verschwunden; in Recklinghausen entdeckt ein Bergmann am nächsten Tag Blutspuren; heftiger Kampf im Wald mit viel Blut; gefundene Bekleidung lässt auf Frau schließen; Blutgruppe A; in Essen wird das Auto am nächsten Tag blutverschmiert gefunden; geklaute Autos; Auto wird untersucht; "Tracomar"-Messer als heißes Eisen; Messer wurden am Vatertag mit einem weiteren Auto gestohlen; Auto wurde zum Raub benutzt; Wagen wurde wiedergefunden; Bergmann sucht Kaninchenfutter; ihm fällt ein unangenehmer Geruch auf und er findet einen Toten.
  • Zitat: „Während der Gastwirt aus Duisburg wenige 100 Meter entfernt beim Essen sitzt, wird seine Parklücke wieder frei. Der Opel Admiral mit dem Duisburger Kennzeichen "DU - N 48" wird von unbekannten Tätern gestohlen“ / „Ein Windstoß trägt ein Geruch heran, der ihm verdächtig erscheint. Walter K. hat sich nicht getäuscht. Zwischen den Ähren liegt eine männliche Leiche. Und sie liegt schon ziemlich lange dort.“ (Sprechertexte Wolfgang Grönebaum)
  • Sprecher: Wolfgang Grönebaum
  • Darsteller: Petra Görgens-Sawade, Arno Görke, Hansjakob Gröblinghoff, Günter Kemper, Helmut Kraemer, Hans Künster, Werner Sindermann
  • Belohnung: insgesamt 5.000 DM, davon 1.000 DM für die Identifizierung des unbekannten Toten
  • Bewertung: **
  • Status: ungeklärt

Nachspiel

Fahndung nach dem Betrüger Hans M. (Der Pferdebetrüger)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Kiel
  • Beamter im Studio: Kommissar Ulrich Scholtes
  • Details: angeblicher Pferdehändler täuscht seine Umgebung; missbraucht Gastfreundschaft in Skandinavien und wird ausgewiesen; durch einen Fehler in den Papieren bei seinem Nachnamen nicht festgenommen, obwohl in Deutschland diverse Delikte gegen ihn vorliegen; als Pferdehändler 3.900 Mark Anzahlung unterschlagen; bei einem anderen Händler durch regulären Kauf Vertrauen erschlichen; Betrüger unterschreibt Wechsel, der nicht eingelöst wird; Pferd wird für viel Geld verkauft
  • Tatverdächtig: Hans M. (32)
  • Zitat: „Hier liegt anscheinend nichts gegen sie vor, Herr M. Sie können also gehen. Aber fangen sie hier nicht wieder mit solchen Geschichten an!“
  • Sprecher: Wolfgang Grönebaum
  • Darsteller: Helmut Alimonta, Friedrich Karl Grund, Helga Kruck
  • Belohnung: 1.000 DM
  • Bewertung: **
  • Status: geklärt

Nachspiel

Genau wie Herbert K. wurde auch Hans M. sofort nach der Sendung noch am selben Abend festgenommen. Er wurde nach einem Zuschauerhinweis in der Nähe von Detmold auf einem Trabergestüt ermittelt. In der Spätsendung wird von dem Erfolg berichtet. Später wurde er vom Schöffengericht IV in Kiel am 11. März 1969 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Quelle: Eduard Zimmermann "Das unsichtbare Netz", S. 291.

Raubüberfall auf Diamantenhändler (Der Hobbyzeichner)

Inhalt

  • Dienststelle: Kripo Pforzheim
  • Beamter im Studio: Oberkommissar Fritz Riemensperger
  • Tatzeit: 15. Februar 1968
  • Details: Angesehener Diamantenhändler aus Pforzheim mit weltweiten Geschäftsbeziehungen geht mit Farbe, Ölkreide und Leinwand seinem Hobby nach; Malen zur Abwechslung und Entspannung; seine Tochter sitzt Modell; unerwartet späte Besucher klingeln; erschleichen Vertrauen; er gilt als angesehener Diamantenhändler; Opfer ist zurückhaltend den Fremden gegenüber; Verabredung zu einem späteren Zeitpunkt; Geschäft wird abgeschlossen und Käufer zahlen bar; 13 Tage später, am 15. Februar 1968 erneute Verabredung mit den Unbekannten; höfliches Auftreten und edle Garderobe; Täter zeigen beim Verkaufsgespräch ihr wahres Gesicht; Diamantenhändler wird mit Pflaster geknebelt und gefesselt; viele Briefe mit wertvollen Diamanten werden von den Tätern im Schreibtisch und im Tresor gefunden; nach Schlüsselsuche wird auch das Spezialfach im Tresor geplündert; über 750.000 Mark Beute; dazu noch ein Edelstein mit fünf Karat im Wert von 115.000 DM; Opfer wird gefesselt und geknebelt zurückgelassen und kann trotz verklebtem Mund die Polizei rufen; Opfer malt im Krankenhaus Bilder von den Tätern.
  • Zitate: „Bitte beruhigen sie sich. Sie sind ja versichert.“ / „Und dass du nun schön still bleibst! Wir rufen in 15 Minuten die Polizei selbst an ...die werden dich dann schon wieder auswickeln.“ (Täter) / „Schwester, ach würden sie mir den Bleistift bitte noch einmal anspitzen?“ (Opfer)
  • Sprecher: Wolfgang Grönebaum
  • Darsteller: Edgar Frank, Alfons Höckmann, Harald Meister, Friedrich Wilhelm Timpe
  • Besonderheiten: Parallelen zum FF 3 der Sendung vom 11.03.1977, als auch ein Freizeitmaler Zeuge des Raubüberfalls auf ein Postamt wurde und eine Zeichnung vom Täter anfertigte.
    Und Fritz Riemensperger von der Kripo Pforzheim war fast elf Jahre später noch einmal in XY; zum FF 2 der Sendung vom 04.05.1979
  • Belohnung: insgesamt 7.000 DM für die Ermittlung der Täter sowie bei Wiederbeschaffung des Schmucks oder Teile der Beute 10 % vom Wert, bis zu 75.000 DM von der Versicherung.
  • Bewertung: **
  • Status: geklärt

Nachspiel

Auflösung mitten in der Folgesendung. Die Täter konnten noch am Tag der Sendung identifiziert werden und sitzen bereits wegen anderer Straftaten im Gefängnis. Anschließende Fahndung in der Folgesendung nach zwei weiteren Mitgliedern eines internationalen Verbrecherrings, Fishel S. und Todor K. im SF 3.
In seinem Buch "Das unsichtbare Netz" schreibt Ede, dass ein Wiesbadener Kriminalbeamter Zuhause die Sendung sah und auf den in der Sendung gezeigten Zeichnungen zwei "gute Kunden" von ihm erkannte, die er erst kurz zuvor als Mitglieder einer weitverzweigten Gangsterorganisation vernommen hatte.
Sie heißen Manfred Sch. und Gerhard S. Am 29. September 1969 wurden vom Landgericht Pforzheim Gerhard S. zu sechs Jahren und Manfred Sch. zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Buches war das Urteil aber noch nicht Rechtskräftig.

Quelle: Eduard Zimmermann - "Das unsichtbare Netz"; S. 292.

Die Studiofälle der Sendung:

  • SF 1: Fahndung nach Herbert K. (33) aus Wien wegen der Verwicklung in eine große Millionenbetrugsaffäre mit Grundstücken in Spanien sowie Fälschung. Außerdem soll er einem internationalen Betrügerring angehören. Ein Komplize wurde bereits in Italien verhaftet. Er hält sich vermutlich in Deutschland auf. Aufgrund seines Berufs Graveur ist zu vermuten, dass er falsche Papiere hat.

Geklärt: Herbert K. wurde direkt nach der Sendung durch einen Zuschauerhinweis vor einem Lokal in Wien verhaftet. Dies wird in der Spätsendung bekanntgegeben. Am 19. Juni 1969 wird Herbert K. zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
Quelle: Eduard Zimmermann "Das unsichtbare Netz", S. 290, dort heißt es statt Gefängnis: "…zu 2 Jahren schweren Kerkers verurteilt".

  • SF 2: Kripo Wolfsburg - Fahndung nach Winfried H. (30) und Wilfried W. (29) wegen berufsmäßigen Autodiebstahls. Wilfried W. hat ein besonderes Merkmal: Er stottert. In der Spätsendung werden weitere Neuigkeiten zu der Fahndung berichtet.

Geklärt: Winfried H. wurde in Rüsselsheim und Wilfried W. in Zürich wenige Tage vor der Sendung vom 20.12.1968 festgenommen, in der Dezembersendung im Rückblick dann auch die Auflösung.

  • SF 3: Kripo Hamburg - Fahndung in der Spätsendung nach Siegfried R., der in Verdacht steht, ein 22-jähriges Mädchen ermordet zu haben. Vermutlich hat er noch andere Morde verübt.

(vermutlich) Geklärt: Siegfried R. soll sich freiwillig in der Fremdenlegion gemeldet haben und 1975 bei Ausübung seiner Tätigkeit in der Sahara verdurstet sein.
Quellen: Kam der Mörder in der Wüste um? - Hamburger Abendblatt vom 18. August 1975, Seite 3, rechts oben und YouTube - Nutzer Xiphophorus88.

  • SF 4: Kripo Hannover - Fahndung in der Spätsendung nach einem VW-Käfer mit Stadthagener Kennzeichen und Beschädigung an der hinteren Stoßstange. Dieses Auto soll bei einem Verbrechen in Klein Heidorn am Steinhuder Meer benutzt worden sein. Drei maskierte Männer sollen einen Schlachtermeister überfallen und beraubt haben. Als seine Brüder ihm zur Hilfe eilten, schossen die Täter wild um sich, töteten einen der Beteiligten und verletzten drei zum Teil schwer. Beute war eine Aktentache. Es werden verschiedene KFZ-Papiere und ein Knopf vorgestellt, deren Verbleib bzw. Herkunft offen ist.

XY Gelöst – der Rückblick

Zwischenergebnisse aus früheren Sendungen

  • SF 2 der vorherigen Sendung: Der von der Bundespolizeidirektion Innsbruck wegen Unterschlagung von Klientengeldern gesuchte Rechtsanwalt Dr. Richard S. ist nach wie vor flüchtig und soll sich zwar noch immer im Raum München aufhalten, aber er wurde auch mehrmals in Kitzbühel und Innsbruck gesehen. Dabei kam er per Anhalter von München nach Tirol. Ein Autofahrer hatte ihn eine Woche vor der letzten Sendung mitgenommen. Laut Interpol soll er sich aber die meiste Zeit in Deutschland aufhalten. Erneute Fahndung nach ihm.

XY Gelöst

  • FF 3 der Sendung vom 07.06.1968: Ede: "Auch ein anderer alter Kunde aus dieser Sendung hat mehrere Monate dazu gebraucht, bis er die Flucht schließlich aufgegeben hat". Hubertus von Sch., gesucht von der Kripo Lüneburg, hatte sich nach Entdeckung in Frankreich durch die Presse nach seiner Rückkehr selbst den deutschen Behörden gestellt.

Erste Erkenntnisse (Zuschauerreaktionen in der Spätausgabe)

Filmfälle

  • FF 1: Etwa 90 Hinweise; konkreter Hinweis aus Düsseldorf, dem von der dortigen Kripo bereits nachgegangen wird; Hinweise zu fragwürdigen Radiogeschäften; ein österreichischer Zuschauer erinnerte sich an einen jungen Deutschen; soll gleichen Christopherus-Anhänger getragen haben, wie ihn der Tote um den Hals hatte; Ede zeigte es auch in der Nachbesprechung zum Filmfall; der Mann aus Deuschland saß in Wien im Gefängnis; wurde anschließend ausgeliefert.
  • FF 2: Der mutmaßliche Pferdebetrüger Hans M. wurde 10 Minuten nach Ende der Hauptsendung nach einem Zuschauerhinweis in Detmold verhaftet. Kommissar Scholtes von der Kripo Kiel berichtet, dass er dort auf einem Gestüt als Helfer arbeitete und ein Geständnis abgelegt hat.
  • FF 3: Zahlreiche Hinweise zum Raubüberfall auf Diamantenhändler in Pforzheim aus der ganzen Bundesrepublik; einige Hinweise scheinen sehr erfolgversprechend; auf Wunsch eines Zuschauers werden die Zeichnungen der beiden Täter noch einmal gezeigt.

Studiofälle:

  • SF 1: Schneller Erfolg für XY und die österreichischen Behörden in der Fahndung nach Herbert K. (33) aus Wien: Teddy Podgorski berichtet, dass er in Wien von Polizisten erkannt wurde und sich auch sofort widerstandslos festnehmen ließ.
  • SF 2: Eine Wohnung von Wilfried W. konnte ermittelt und in der Garage ein offensichtlich gestohlener Jaguar mit englischen Kennzeichen sichergestellt werden; Hinweis auch aus Österreich von einem Wiener Verkehrspolizisten; er ist sich sicher, den mit sechs Haftbefehlen gesuchten Winfried H. bei einer Kontrolle überprüft zu haben; im Wagen waren drei Frauen und ein Mann; Wilfried W. soll inzwischen die Autos gewechselt haben; ist jetzt vermutlich mit Ford 20M unterwegs.
  • SF 3: Kurz vor Ende der Sendung kommt Peter Hohl noch zu Ede und berichtet, dass der von der Kripo Hamburg wegen Mordverdachts gesuchte Siegfried R. am Tag der Sendung am Nachmittag in Konstanz gesehen worden sein soll.

Bemerkungen

  • Ede wehrt sich gegen Vorwürfe, die XY-Fälle seien getürkt.
  • Am Schluss der Sendung steht Ede unter Zeitdruck: Zwei Personenfahnungen werden erst in der Spätsendung gezeigt.
  • In dieser Sendung wird zum ersten Mal telefonisch in das Partnerstudio in Wien geschaltet, da es dort kurz nach der Sendung einen Fahndungserfolg gab: Herbert K. wurde gefasst.

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